Der Schweizer Dirigent und Posaunist Lorenzo Ghirlanda hat sein Studium als Posaunist an der Musikhochschulen in Bern, Weimar sowie an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel absolviert. Noch während seines Studiums gründete er mit seinen Kollegen das Instrumentalconsort Canto Antico, um eine Plattform für die Rekonstruktion historischer Instrumente und die Aufführungspraxis von Musik der Renaissance und des Barock zu schaffen.

 

Von 2004 bis 2006 entwickelte Ghirlanda die „Europa Werkstatt“ beim von Nike Wagner geleiteten Kunstfest Weimar. Im Jahr 2007 war er Co-Direktor und Solist in einer Multimedia-Produktion von Buxtehudes „Membra Jesu nostri“ bei der traditionsreichen Semana de Música Religiosa im spanischen Cuenca. 

Im Jahr 2008 gab Lorenzo Ghirlanda sein Debüt als Dirigent mit Georg Friedrich Händels Oper „Alcina“ bei den Händel-Festspielen in Halle. In der Folge leitete er eine konzertante Rekonstruktion des Händel-Opernfragmentes „Genserico“.
Am Deutschen Nationaltheater Weimar dirigierte Ghirlanda in der Saison 2012 die Neuproduktion von „Alcina“. In den folgenden zwei Jahren war er als Gastdirigent u.a. des Berner Kammerorchesters tätig. 2015 gründete er das Vox Orchester. 

Im Dezember 2016 übernahm Lorenzo Ghirlanda drei Messias Konzerte für Helmuth Rilling. Als sein Assistent dirigiert er in diesem Jahr das Orchesterkonzert mit den Absolventen der Weimarer Rilling Bach Akademie. 

 

 

Neben seinen Dirigaten widmet sich Lorenzo Ghirlanda der musikwissenschaftlichen Forschung. Als früherer Stipendiat des schweizerischen Naionalfonds arbeitete er im Bezug auf Sprache und Artikulation in der Alten Musik. Er leitete ein Forschungsprojekt am Conservatorio della Svizzera Italiana in Lugano und gibt regelmäßig Meisterklassen an den Musikhochschulen in Frankfurt am Main, Mailand, Lausanne, Salzburg und Kapstadt. Als Posaunist tritt er seit 10 Jahren unter anderem mit dem Ensemble La Claudiana für den Bach-Kantaten-Zyklus am Wiener Konzerthaus auf.